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Lockerungen für Kitas und Schulen ab dem 22. Februar in NRW

„Ab Montag, 22. Februar, wird der Unterricht für Grundschüler sowie für die Primarstufe der Förderschulen in einem Wechsel aus Präsenz- und Distanzunterricht wieder aufgenommen. Die Schulen selbst entscheiden über die Intervalle aus Distanz- und Präsenzunterricht. Allerdings darf der Distanzunterricht nicht länger als fünf Unterrichtstage am Stück dauern. Denkbar wäre ein Modell, das Distanz- und Präsenzunterricht im täglichen Wechsel bietet. Ein Schichtmodell (stundenweise oder vormittags/nahmittags) wird es nicht geben…

…Ab einer NRW-weiten Durchschnittsinzidenz von 50 wechseln zunächst alle Grundschüler in den Präsenzunterricht… Im Rahmen eines neuen `Schutzpaketes´ erhalten Lehrer und Betreuer ab 15. Februar zwei FFP2-Masken pro Person und Präsenztag. Zudem sind zwei Coronatests pro Woche bis zu den Osterferien möglich.“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung [WAZ] 12.02.2021, Seite 2) So die aktuellen Überlegungen und die Vorgaben von NRW-Bildungsministerin Gebauer. Bundeskanzlerin Merkel hatte sich in der Bund-Länderkonferenz in der letzten Woche (10.2.) dafür ausgesprochen, Lockerungen erst für den 1.3. ins Auge zu fassen, konnte sich aber damit nicht durchsetzen. Ihr Fazit: „Die Länder entscheiden im Rahmen der Kultushoheit über die schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht und die Ausweitung der Angebote der Kinderbetreuung.“ (zitiert nach WAZ vom 11.02.2021, Tagesthema) Insofern wird es wahrscheinlich wieder zu unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern kommen. 

„Kita-Betrieb (in NRW) unverändert
In der nächsten Woche bleibt für Kitas und Kindertagespflege noch alles wie bisher: Der `eingeschränkte Pandemiebetrieb `wird laut NRW-Familienministerium fortgesetzt. Kinder sollten `wann immer möglich selbst betreut´ werden. Wie es nach dem 22. Februar weitergeht, ist noch offen. Die Regierung verhandelt darüber mit den Kita-Trägern.“ (Ebd. 11.02.2021) Auf die Ergebnisse dieser Verhandlungen kann man gespannt sein. Warum? Man kann aktuell nicht wirklich davon sprechen, dass es in den Kitas nur eine Notbetreuung gebe und der größere Teil der Kinder zuhause betreut werde. Auch wenn zum Umfang der Betreuung aktuell keine verlässlichen landesweiten Zahlen zur Verfügung stehen und die Inanspruchnahme der Betreuung in den Kitas von Einrichtung zu Einrichtung offensichtlich auch sehr unterschiedlich ist, gibt es eine ganze Reihe von Hinweisen aus Kitas und von Trägern, dass die Betreuungsquote nirgendwo unter 50 Prozent liegt, vielfach aber auch bei 80 Prozent und mehr (siehe Blog vom 17.01.2021: Notbetreuung in den Kitas). Dies wurde mir vor einigen Tagen auch von katholischen Einrichtungen im Rheinland im Rahmen einer Videokonferenz bestätigt. Diese berichteten darüber hinaus, dass die Belegung an einzelnen Wochentagen zum Teil sehr unterschiedlich sei und die Betreuungsquoten in den U3-Gruppen nahezu bei 100 Prozent lägen. Wenn man diese hohen aktuellen Betreuungszahlen zugrunde legt, dann könnte man von einer Lockerung des „Pandemiebetriebs“ ab dem 22. Februar nur sprechen, wenn wieder alle Kinder zur Betreuung kommen dürfen, allenfalls vielleicht wieder mit reduzierten Betreuungszeiten, wie wir sie aus dem letzten Frühjahr schon kennen. Man darf gespannt, auf was die Landesregierung und die Kita-Träger sich verständigen werden, und ob dazu auch weitergehende Schutznahmen (wie FFP2-Masken, Schnelltests, möglicherweise die frühere Impfung der Fachkräfte usw. - siehe Blog vom 24.01.2021) sowie der Spielraum, in der Kooperation mit den Eltern DAS für die jeweilige Kita, PASSENDE KONZEPT zu entwickeln und umzusetzen (siehe Blog vom 07.02.2021), gehören.

Ausblick
Corona wird uns noch weiter beschäftigen. Ab April werden uns Impfmengen in größerem Umfang zur Verfügung stehen, wenn die Hersteller ihre Lieferzusagen einhalten können. Aber erst Ende Juni werden alle Menschen über 60 geimpft sein können (WAZ 11.02.2021, Tagesthema). Gleichzeitig breiten sich aktuell die offensichtlich aggressiveren Mutationen aus. Dazu Bundeskanzlerin Merkel: „Da ist eine dritte Welle angelegt, die wir bekämpfen müssen.“ (Ebd.) Insofern gilt es wachsam zu bleiben, Schutzmaßnahmen auszuweiten, vulnerable Gruppen gezielt zu schützen und für Kitas und Schulen passgenaue Konzepte zu ermöglichen und umzusetzen (siehe oben).

Nachtrag 1: Bürokratie
Im Mai letzten Jahres bot ein Start-up-Unternehmen der Stadt Bochum an, große Schulen in kurzer Zeit für einen niedrigen 5-stelligen €-Betrag mit einem leistungsfähigen WLAN auszustatten. In kleinen Schulen liegen die Kosten nur bei ca. 5.000 €. In der Schiller-Schule wurde das auf Initiative der Eltern erfolgreich umgesetzt. Bis heute hat das Schulverwaltungsamt dieses Angebot weder angenommen noch eine entsprechende Ausschreibung vorgenommen. Sie bereite diese aber vor, so der Stadtsprecher Thomas Sprenger. (WAZ 10.02.2021, Lokalteil Bochum)

Nachtrag 2: Städtische Kitas in Hinte
Im letzten Jahr haben wir öfter darüber berichtet, wie die städtischen Kitas in Hinte den Kontakt zu den Kindern, die zuhause betreut wurden, gehalten haben. Sie hatten einen eigenen Youtube-Kanal aufgelegt (Blog vom 1.5.2020). Diese Aktivitäten wurden jetzt wieder aufgenommen für die Kinder, die nicht in die Notbetreuung kommen. Mittlerweile gibt es fast 200 Videos. Hier finden Sie die städtischen Kitas in Hinte und hier den Youtube-Kanal. Die Ostfriesen-Zeitung berichtete am 3.2.2021 ausführlich über die aktuelle Situation.


Themen: Berichte aus der Praxis, Neues aus der Kita-Szene